Schauspiel

zurück

Kindeswohl

von Ian McEwan / Bühnenadaption des Romans »The Children Act«
von Karin Beier und Sybille Meier
aus dem Englischen von Werner Schmitz
Regie: Karin Beier
Über die Rechte von Kindern und Jugendlichen wird derzeit viel gestritten. Die gegen die Corona-Pandemie eingesetzten politischen und gesellschaftlichen Bewältigungsstrategien verlangen der jungen und jüngsten Generation das größte Opfer ab. Nicht selten wird in öffentlichen Debatten das Kindeswohl als der am meisten durch die Krise geschädigte Grundwert unserer Zivilgesellschaft markiert. Vor kurzem lag sogar ein Entwurf der Bundesregierung vor, der Kinderrechte künftig auch im Grundgesetz verankern wollte.
Der Titel von Ian McEwans Roman könnte aktueller nicht sein. Auch die Familienrichterin Fiona Maye am Londoner High Court wird regelmäßig mit Rechtsstreitigkeiten konfrontiert, in denen sie über die widersprüchlichen Interessen von Erwachsenen und ihren Kindern befinden muss. Hier hat sich der Schutzauftrag des Rechtsstaates zu beweisen. Umsichtige Urteile sind zu fällen trotz unterschiedlicher Wertevorstellungen und Freiheitsbegriffe, variabler Auffassungen von menschlichem Wohlbefinden und Glück, trotz einer augenscheinlichen Kluft zwischen Kulturen, Identitäten, Gefühlslagen,...
Über die Rechte von Kindern und Jugendlichen wird derzeit viel gestritten. Die gegen die Corona-Pandemie eingesetzten politischen und gesellschaftlichen Bewältigungsstrategien verlangen der jungen und jüngsten Generation das größte Opfer ab. Nicht selten wird in öffentlichen Debatten das Kindeswohl als der am meisten durch die Krise geschädigte Grundwert unserer Zivilgesellschaft markiert. Vor kurzem lag sogar ein Entwurf der Bundesregierung vor, der Kinderrechte künftig auch im Grundgesetz verankern wollte.
Der Titel von Ian McEwans Roman könnte aktueller nicht sein. Auch die Familienrichterin Fiona Maye am Londoner High Court wird regelmäßig mit Rechtsstreitigkeiten konfrontiert, in denen sie über die widersprüchlichen Interessen von Erwachsenen und ihren Kindern befinden muss. Hier hat sich der Schutzauftrag des Rechtsstaates zu beweisen. Umsichtige Urteile sind zu fällen trotz unterschiedlicher Wertevorstellungen und Freiheitsbegriffe, variabler Auffassungen von menschlichem Wohlbefinden und Glück, trotz einer augenscheinlichen Kluft zwischen Kulturen, Identitäten, Gefühlslagen, Lebensentwürfen, Familienbeziehungen, fundamentalen Grundsätzen, Religionen und Meinungen. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und dem Tiefpunkt ihrer Ehe erreicht Fiona Maye ein richterlicher Eilantrag: Sie soll über Leben und Tod entscheiden. Wird dem siebzehnjährigen Adam keine Bluttransfusion verabreicht, wird er innerhalb weniger Tage an Leukämie sterben. Doch als strenggläubige Zeugen Jehovas lehnen seine Eltern und er diese lebensrettende Maßnahme strikt ab. Ihre Religion verbietet ihnen, das Leben über den Glauben zu stellen. Fiona beschließt kurzerhand, den jungen Adam persönlich in der Klinik aufzusuchen, und verlässt den üblichen Weg ihrer Professionalität – ein schwerwiegender Schritt, der fatale Folgen nach sich ziehen soll.

IMPULSVORTRAG UND GESPRÄCH am 28/4/2022 im Anschluss an die Vorstellung
In Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie

Über die widersprüchlichen Interessen von Erwachsenen und ihren Kindern zu befinden, ist alles andere als leicht – was gerade die jüngste Zeit wieder drastisch vor Augen geführt hat. In »Kindeswohl« wird die Familienrichterin Fiona Maye hin- und hergerissen von unterschiedlichen Ansprüchen. Im Kern der Auseinandersetzung geht es um Menschenwürde und Ethik in der Spannung zwischen Religion und säkularem Staat.

Zum Impulsvortrag des Ethikers Prof. Dr. Christoph Seibert und anschließendem Gespräch laden wir Sie herzlich ein.
Mit: Prof. Dr. Christoph Seibert (Universität Hamburg), Sybille Meier (Dramaturgin)
Moderation: Veronika Schlör (Katholische Akademie)

FerienPassSchauSpielHaus
Bei der Vorstellung am 20/5 erhalten Sie mit dem FerienPassSchauSpielHaus 50% Rabatt auf den regulären Kartenpreis. Mehr Infos zum Ferienpass…


Fotos: Matthias Horn

Besetzung

  • Es spielen: :  Paul Behren
  • Es spielen: :  Yorck Dippe
  • Es spielen: :  Paul Herwig
  • Es spielen: :  Christoph Jöde
  • Es spielen: :  Jan-Peter Kampwirth
  • Es spielen: :  Julia Wieninger
  • Musiker*innen: :  Bendix Dethleffsen
  • Musiker*innen: :  Michael Heupel
  • Musiker*innen: :  Swantje Tessmann
  • Regie: :  Karin Beier
  • Bühne: :  Johannes Schütz
  • Kostüme: :  Astrid Klein
  • Komposition: :  Jörg Gollasch
  • Licht: :  Annette ter Meulen
  • Dramaturgie: :  Sybille Meier
Sa 18.09.21 - 19:30 Uhr

Deutsches Schauspielhaus in Hamburg-SchauSpielHaus

Deutschsprachige Erstaufführung Premiere

Preise: ab € 15 bis € 74
PK4 (€ 74-15)

Spieldauer: Dauer: ca. Zwei Stunden. Keine Pause.