Thalia in der Gaußstraße

Das „Thalia in der Gaußstraße“ in Altona ist ein Begriff in Hamburg, ein Ort, zu dem man hingeht bzw. immer schon mal hingehen wollte. Das war natürlich nicht von Anfang an der Fall. Als es am 30. November 2000 als Ersatz für die renovierungsbedürftige und schwer zu bespielende kleine Bühne des Thalia in der Kunsthalle (TiK) eröffnet wurde, war es noch nicht so einfach, Publikum in die etwas abseits gelegene Gaußstraße zu locken. Das „Thalia in der Gaußstraße“ ist etwas Gewachsenes. Zuerst war die Studiobühne da (mit anfangs 150, inzwischen 170 Plätzen), das Foyer sehr improvisiert mit einer gelegentlich genutzten Brettlbühne, dann kam die Foyerbar, schließlich im 3. Jahr die Foyerbühne (85 Plätze). Ein paar Zahlen zur Illustration: in der ersten Spielzeit 2000.01 gab es 184 Vorstellungen, zwei Jahre später waren es in 227, 2004.05 schließlich 275, bei einer Auslastung zwischen 70 und 100 %.

Im Zentrum stehen Ur- und Erstaufführungen, junge AutorInnen, junge RegisseurInnen, das Erproben neuer Theaterformen und Stile. Das „Thalia in der Gaußstraße“ ist auch ein Ort für das Unfertige, Nichtwiederholbare. In der Spielzeit 2001.02 etwa entwickelte die Autorin Dea Loher alle 4-6 Wochen einen aktuellen Theatertext, insgesamt sieben kleine Stücke, „Die Magazine des Glücks“, die dann von Thalia Regisseur Andreas Kriegenburg mit Mitgliedern des Ensembles in nur einer Woche inszeniert und aufgeführt wurden und am Ende der Spielzeit einmalig in einer Langen Nacht zu sehen waren.

Im „Thalia in der Gaußstraße“ wurden 2001 die 'Autorentheatertage Hamburg' aus der Taufe gehoben, mit großem Erfolg. Die Zuschauertribüne für die 'Lange Nacht der Autoren', die den Abschluss und Höhepunkt des Festivals darstellt, war auf 270 Plätze erweitert worden. Das war im ersten Jahr ausreichend, auch im zweiten, im dritten platzte die 'Nacht' aus allen Nähten, so dass sie 2004 auf die große Thalia-Bühne übersiedelte.

Das „Thalia in der Gaußstraße“ ist nicht zuletzt auch ein Ort für den Theaternachwuchs. Regelmäßig gibt es hier das Festival „Körber Studio Junge Regie“, ein Treffen von Regiestudierenden und Absolventen der Regie-Hochschulen, an denen Theorie und Praxis des Regieführens gelehrt wird.

In der Gaußstraße inszenierten und inszenieren sowohl die jungen als auch die dem Thalia verbundenen etablierten und großen Regisseure und Regisseurinnen: Annette Pullen, David Bösch, Jorinde Dröse, Isabel Osthues, Niklaus Helbling, Nikolas Stemann, Dimiter Gottscheff, Stephan Kimmig, Andreas Kriegenburg, Armin Petras, um nur einige zu nennen..
Die Werke vieler zeitgenössischer Autoren wie etwa Fritz Kater, Albert Ostermaier, John von Düffel, Andri Beyeler, Dea Loher und Moritz Rinke wurden im Thalia in der Gaußstraße uraufgeführt. Auch die deutsche Erstaufführung von „Celebration“ des Altmeisters Harold Pinter fand in der Gaußstraße statt (Regie Stephan Kimmig). Armin Petras“ Inszenierungen von Fritz Katers „Harvest-Trilogie“ („Fight City. Vineta“, „zeit zu lieben zeit zu sterben“ und „we are camera. Jasonmaterial“) und Andreas Kriegenburgs Inszenierung von Dea Lohers „Das Leben auf der Pra“

Thalia in der Gaußstraße

Gaußstraße 190, Hamburg

Tel. +49 40 328140

publikum@thalia-theater.de

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